Militärische Verwendung fand die Dreisam immer wieder bei den Belagerungen des befestigten Freiburgs im 18. Jahrhundert durch die Franzosen. So bildete der Fluss auf natürliche Weise bereits ein Hindernis beim Angriff auf die Stadt von Süden her.
Aus Aufsätzen zur Geschichte der Stadtbefestigung geht hervor, dass sich sowohl Angreifer als auch Verteidiger der Dreisam als zusätzliche „Verbündete“ im Kampf gegen den Feind bedienten:
„(…) Um die Zahl der Zivilbevölkerung in der Stadt zu senken und „unnütze Esser“ loszuwerden, verfügte der Kommandant, die „brodtlose, mit weyb undt kinder beladene haushaltung hinaußzuschaffen.“ Am 25. September (1713) unterbanden die Belagerer die Wasserzufuhr der Stadt, die nun auf Brunnen innerhalb ihrer Wälle angewiesen war. (…)“
„(…) Als eine der letzten Möglichkeiten, die Harrsch blieben, um den Fall der Stadt zu verzögern, gab es die sogenannte Inundation, die Überschwemmung des westlichen Vorlandes im Bereich Stühlinger-Grün durch Dreisamwasser, das über den Stadtgraben ausgelassen wurde. Er griff zu diesem Mittel am 16. Oktober (1713). Welche Quälerei das nun wieder für die Belagerungstruppen bedeutete, lässt sich vorstellen, hieß dies doch, in einem nasskalten Spätjahr, teils bis an die Hüften im Wasser stehend, Grabendienst zu versehen. (…)“